Bericht Butzele & Käpsele 2016

Workingtest Butzele und Käpsele am 19.03. in Backnang

Schnupper-Klasse:
Samstagnachmittags um kurz vor 14 Uhr sitzen 17 Teams in der Wartezone oben am Waldrand, routinierte Gesichter, da ist nichts Aufgeregtes mehr, der Fall ist klar: Egal, ob Golden, Labrador, Flat oder Toller, einjähriger Junghund oder schon im etwas vorgerücktem Hundealter – bei dem Workingtest mit dem putzigen Namen „Butzele ond Käpsele“ haben bis zu dieser letzten Aufgabe alle meist freudig und hochmotiviert gearbeitet. So freudig und motiviert, dass Prüfungsleiter Jürgen Laux später im Suchenlokal in Backnang sagt: „Ich habe heute viele gute Hunde gesehen, von denen ich bestimmt einige sehr bald bei Workingtests treffen werde.“ Doch zuvor musste in der Schnupper-Klasse noch die fünfte Aufgabe gemeistert werden, die sich für einige als die größte Herausforderung an diesem Tag entpuppte.

Zunächst fiel eine Markierung in den dicht bewachsenen Uferbereich vor ein kleines Bächlein, die der Hund nach Freigabe arbeiten durfte. Anschließend landete ein zweites Dummy hinter dem Bächlein.

Diskussionen in der Wartezone: „Ich pushe ihn an der alten Fallstelle“, sagte eine. „Ist es nicht besser zu stoppen und Back zu schicken?“, fragte ein anderer. Doch Richter Laux wollte davon nichts sehen: „Nicht händeln!“, machte er unumwunden klar. „Das ist heute mehr Training als Wettkampf.“ Deshalb bekamen die Hunde, die sich nicht von alleine von der ersten Fallstelle lösen konnten, eine zweite Chance mit kürzerer Distanz, manche auch noch eine dritte, bis schließlich jeder Hund zum Erfolg kam und sein Führer wusste, wie er das Training für solch eine Aufgabe künftig gestalten kann.

Insgesamt war es ein Trainingstag mit sehr abwechslungsreichen Aufgaben, der ohne die Sonderleitung Petra Weißhaar und ihre Helfer von der Bezirksgruppe Schwäbischer Wald so sicher nicht möglich gewesen wäre (vielen Dank dafür!).

Gearbeitet wurden bei Laux noch eine Suche aus einem beschossenen Dreieck aus Altgras sowie eine Markierung an einem Hang, bei der das Dummy ein Stückchen hinabrollte. Zunächst wurde der noch angeleinte Hund um 180 Grad gedreht, ein kleiner Walkup mit dem Richter, dann: Leine ab. „Hier will ich sehen, dass Leine ab nicht bedeutet: Juchhu, Freiheit, ich kann machen was ich will.“ Deshalb noch ein paar Schritte weiter, ehe zurückgedreht und die Markierung geholt werden durfte.

Bei Gabi Elfers stand nach einer Markierung und Memory noch Arbeitsteilung an: Eine Markierung für den Führer, die zweite dann erst für den Hund. Es hat wirklich viel Spaß gemacht, wir kommen gerne wieder nach Backnang.

Herzliche Grüße aus München,
-Katharina-

Veteranen-Klasse:
Für den Nicht-Schwaben tut sich hier erst mal ein Fragezeichen auf, aber das Mysterium um die Bezeichnung ist schnell geklärt: Butzele (Baby bzw. Kleinkind) und Käpsele (Kluger erfahrener Erwachsener). Also auf retrieverisch: Schnupper-und Veteranenklasse. So ein Workingtest hat einfach eine besondere Atmosphäre. Hier geht es um keine Punktejagd sondern darum, einmal den jungen Hunden ohne Prüfungserfahrung an die Aufgaben und das ganz Drumherum heranzuführen und die „alten“ vierbeinigen Begleiter zeigen lassen zu können, was sie so nach ihrer langjährigen Dummy-Karriere noch drauf haben – trotz der ein oder anderen körperlichen Beeinträchtigung. Dementsprechend waren vom Richterteam Gabi Elfers und Jürgen Laux die Aufgaben ausgesucht und abwechslungsreich gestaltet.

Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn die älteren Honorationen stolz trabend zurückkommen und das mitgebrachte Säckchen präsentieren. Und man muß natürlich schmunzeln, wenn der Hund beim WalkUp sich automatisch zum zweiten Schützen dreht obwohl er die erste geworfene Markierung
sofort holen darf.

Bei den Jungspunden wurde sich auch von den Richtern viel Zeit genommen um die Aufgaben genau zu erklären und auch anschließend noch Erläuterungen dazugegeben. Erwähnenswert war lt. Jürgen Laux bei der Siegerehrung und Urkundenvergabe, daß das Niveau der Schnupperer zum großen Teil sehr hoch war und diese Teams bestimmt bald in der Anfängerklasse zu finden seien.

Rundherum eine sehr gelungene Veranstaltung mit vielen entspannten und fröhlichen Teilnehmern. Vielen Dank hierfür geht an die Sonderleitung Petra Weißhaar und ihr Helferteam (welche auch eine „Stärkung“ vorbeibrachten) sowie natürlich an die beiden Richter. Eine schöne Idee diese Kombination und ich würde mich über eine Wiederholung freuen!

-Barbara Reppermund mit dem Käpsele Emmy-