Bericht Newcomer Trophy 2019

Ich nehme an, dass nicht allzu viele Menschendas Glückhaben, mit demselben Hund zweimal einer Newcomer Trophy beiwohnen zu dürfen. Lykke, noch keine 30 Monatealt, wurde weder von der Läufigkeit noch einer Verletzung heimgesucht. Mir war es damit vergönnt! Die Frage, ob ich tatsächlich die weite Reise nach Backnang antreten sollte, war daher eine rein rhetorische.

Als wir uns am Vorabend für den Workingtest anmelden, werde ich ein bisschen wehmütig. Die Vorfreude auf einen schönen Tag mit tollen Mitstartern und fröhlichen Richtern trübt sich ein wenig, als ich den wunderschönen Fasan – den Wanderpokal, den der jüngste Hund, der die jährliche NCT besteht, mit nachHause nehmen darf – und dem Lykke und ich für ein Jahr dieses Zuhause geben durften, freilassen muss. Lächeln muss ich dann doch, als Petra Beringer versucht, mich mit denWorten „na, dann nimmst du morgen halt den anderen Wanderpokal mit nach Hause“ aufzumuntern.

Am nächsten Morgen sammeln wir uns bei herbstlichen Temperaturen in einem wunderschönen Gelände und werden durch die Sonderleitung Iris Bay und Ulrike Böse auf diesen besonderen Workingtest eingestimmt, der sodann seinen Lauf nimmt.

Unsere erste Aufgabe ist eine Doppelmarkierung am Wasser bei Michael Brühl:

Michael empfängt uns auf einem ebenen, länglichen Damm, rechte Hand das Gewässer. Wir stehen imWinkel von 45 Grad ca. 1m von der Wasserkante entfernt. Links neben uns steht Michael, rechts von uns ist ein Schütze platziert. Ein weiterer Helfer (Werfer) steht in Verlängerung des Dammes ca. 40m entfernt. Der Damm endet ca. 10 m hinter dem Werfer im Wasser. Nach dem ersten Schuss fällt eine Markierung mittig auf dieWasserfläche ca. 25m von uns entfernt. Es folgt ein zweiter Schuss und ein weiteres Dummy wird in Verlängerung des Dammes ins Wasser geworfen. Die Fallstelle ist nicht sichtbar. Nach Freigabe wird zunächst das Dummy mittig auf der Wasserfläche gearbeitet. Danach darf ich Lykke ohne weitere Freigabe auf das zweite Dummy schicken.

Unsere zweite Aufgabe ist eine Markierung mit Ablenkung bei Marianne Walheim:

Hier stehen wir imWald und blicken auf eine, in einer Senke liegende Wiese. Der Helfer, der unten auf der Wiese steht, ist anfangs zu sehen. Bei Beginn der Aufgabe verschwindet der Werfer jedoch hinter einem Baum. Es fällt ein Schuss. Die Markierung fällt auf die Wiese, wobei die Flugbahn des Dummys für mich nicht gut zu sehen ist. Nach Freigabe darf Lykke das Dummyarbeiten.  Als sie auf dem Rückweg zu mir ist, fällt eine weitere beschossene Markierung im Winkel von 90 Grad zum Startpunkt direkt in den Wald. Diese darf im Anschluss gearbeitet werden.

Weiter geht es zu Jörg Mente, der sich eine Aufgabe zu Basic/Mark/Blind überlegt hat:

Hier stehen wir an einem seichten Berghang. In gerade Linie sind bei 25m der erste Helfer und bei 50m der zweite Helfer platziert. Beide Helfer stehen parallel zu einer Geländeleitlinie (buschiger Bewuchs zur linken Hand). In diesem Bewuchs liegen auf Höhe des ersten Helfers drei Dummys. Der hintere Helfer gibt einen Schuss ab und wirft ein Dummy in Richtung Bewuchs. Die Markierung darf nach Freigabe gearbeitet werden. Ein weiterer Schuss fällt beim hinteren Helfer. Nach Freigabe schicke ich Lykke auf das vermeintliche Memory. Auf Höhe des zweiten Helfers soll der Hund gestoppt werden und abwarten. Nach einer gefühlten Ewigkeit erfolgt eine weitere Freigabe. Der Hund wird nach links in den Bewuchs geschickt und holt eines der drei Dummys.

Unsere vierte Aufgabe richtet Petra Beringer. Uns erwartet ein Standtreiben, Fußarbeit und eine Suche:

Wir stehen auf einer Wiese, eingerahmt von einem kleinen Wäldchen. Der Abstand zur rechten Waldkante beträgt ca. 20 m. Parallel zur rechten Waldkante geht es ohne Freigabe ca.15m frei bei Fuß geradeaus zum Richterstab. Der in einem Abstand von ca. 10m vor uns laufende Schütze gibt nach der Hälfte der Strecke einen Schuss in Richtung Wald ab. Ein weiterer Schuss in Richtung Wald fällt, nachdem wir noch ein weiteres Stückchen zurückgelegt haben. Auf Höhe des Richterstabes angekommen, darf der Hund nach Freigabe zwei Dummys aus dem Suchgebiet aus dem Wald holen.

Auf dem Weg zu unserer letzten Aufgabe, schlägt mein Herz ein bisschen höher. Die erste und die letzte Aufgabe empfinde ich immer wieder als besonders aufregend. Bei Thorsten Helmrath erwartet uns eine Markierung mit Fußarbeit und ein beschossenes Blind:

Wir stehen auf einer abschüssigen Wiese und blicken in Richtung Wald. Am Startpunkt richte ich den angeleinten Hund in Richtung des am rechten Waldrand stehenden Helfers aus. Dieser beschießt in ca. 50m ein Blind. Wir drehen uns zum zweiten Helfer, der links im Winkel von 90Grad steht. Ich leine Lykke ab. Der linke Helfer wirft eine beschossene Markierung in ca. 60m. Im Anschluss gehen wir ca. 10m frei bei Fuß auf die Markierung zu und ich darf Lykke beim Erreichen eines markierten Punktes ohne Freigabe schicken. Danach drehen wir uns wieder nach rechts. Der Helfer beschießt das Blind ein zweites Mal. Das Blind wird nach Freigabe gearbeitet.

Und dann ist es geschafft! Wir haben alle Dummys sicher nach Hause geholt und Lykke hat mich wieder einmal mit ihrer unbefangenen Fröhlichkeit und dieser unbändigen Arbeitsfreude in ihren Bann gezogen. Unbeschreiblich, dass wir bei unserer zweiten Newcomer Trophy am Ende tatsächlich den zweiten Wanderpokal mit nach Hause nehmen dürfen. Herzlichen Glückwunsch an die platzierten Stefanie Petzoldt (2. Platz nach Stechen) und Claudia Schug (3. Platz nach Stechen) sowie Sabrina Hartmann (jüngster Hund).

(links Sabrina Hartmann, mitte Christine v. Freier, rechts Claudia Schug)

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Iris und Ulrike, die die Mühen dieser Veranstaltung auf sich genommen haben. Ein großer Dank geht an die zahlreichen Helfer, ohne die wir die Dummys nicht hätten fangen können. Bei Petra, Marianne, Thorsten, Michael und Jörg danke ich für die schönen Aufgaben, das faire Richten und die aufmunternden Worte vor und nach der jeweiligen Aufgabe.

Zu guter Letzt möchte ich mich beim größten Fan meiner Lykke bedanken. Freda! So schön,dass du uns bei diesem besonderen Ereignis zur Seite gestanden hast. Das Strahlen in deinen Augen, wenn Lykke und ich aus den Aufgaben gekommen sind, war bei weitem das Schönste an diesem unvergesslichen Tag!

Christine v. Freier mit Beechdale ́s Kabak

 

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